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Winterstiefel, die wirklich warm halten: Kriterien

Welche Winterstiefel halten wirklich warm? Futter, Sohle, Weite und Nässeschutz als Kriterien, dazu die CI-Prüfung als Normangabe und Pflegehinweise.

Inhaltsverzeichnis
Gefütterte Winterstiefel mit tief profiliertem Sohlenprofil auf verschneitem, leicht vereistem Gehweg, Seitenansicht bei Tageslicht
Gefütterte Winterstiefel mit tief profiliertem Sohlenprofil auf verschneitem, leicht vereistem Gehweg, Seitenansicht bei Tageslicht

Welche Winterstiefel halten richtig warm?

Richtig warm halten Winterstiefel, die vier Dinge verbinden: ein wärmendes Futter, eine isolierende Sohle, Schutz vor Nässe und eine Passform, die Luft um den Fuß zulässt. Der Bergzeit-Ratgeber zu Winterwanderschuhen nennt genau diese Kriterien: Ein Futter, etwa aus Fleece oder Plüsch, schließt warme Luft nah am Fuß ein, und eine dicke Sohle schützt vor der Kälte des Bodens.[1] Der Schuh darf nicht zu eng und nicht zu weit sein, weil sich nur dann die Luft um Fuß und Socke aufwärmen kann.

Die Kriterien lassen sich als Tabelle im Laden abhaken:

KriteriumWorauf Sie achtenWoran Sie es merken
WärmeFutter aus Fleece, Plüsch oder ähnlichem MaterialDer Schuh fühlt sich nach einigen Minuten warm an, ohne dass der Fuß schwitzt
SohleDicke Sohle aus Gummi oder Kautschuk, ProfilDer Boden fühlt sich nicht kalt an, die Sohle greift auf Schnee und Eis
NässeWasserdichte Membran oder gut imprägniertes ObermaterialDer Schuh bleibt innen trocken, auch bei Schneematsch
PassformWeder zu eng noch zu weitLuft um Zehen und Socke, kein Druck
SchaftHoher Schaft oder integrierte GamascheSchnee gelangt nicht von oben in den Stiefel

Die Werte der Zeilen „Wärme“ und „Sohle“ stammen aus dem Bergzeit-Ratgeber; Hersteller mischen die Materialien unterschiedlich. Wie Membranen funktionieren, erklärt unser Vergleich von Gore-Tex und Alternativen.

Welche winterstiefel halten wirklich warm damen

Damenstiefel halten aus denselben Gründen warm wie jeder andere Winterstiefel: Futter, Sohle, Weite und Nässeschutz entscheiden, nicht das Etikett „Damen“. Wer ein Paar sucht, ordnet zuerst den Einsatz ein, denn davon hängt ab, wie viel Isolierung nötig ist.

  • Kurze Wege in der Stadt: ein gefütterter Stiefel mit geschlossenem Obermaterial und Sohle mit Profil genügt in der Regel.
  • Lange Wege bei Schnee: hoher Schaft oder Gamasche, dicke Sohle aus Gummi oder Kautschuk und eine Membran.
  • Mit Bewegung draußen: Laut Bergzeit reichen im Winter oft auch normale Schuhe mit dickeren Wollsocken. Die Schuhe dürfen mit den Socken aber nicht zu eng sein, sonst sind kalte Füße vorprogrammiert.[1]
Entscheidungsweg für Winterstiefel: Für kurze Wege in der Stadt genügt ein gefütterter Stiefel mit Profilsohle, für lange Wege im Schnee braucht es mehr Isolierung mit hohem Schaft, dicker Gummisohle und Membran.
Je länger die Wege im Schnee, desto mehr Isolierung aus Futter, Sohle und Membran braucht ein Winterstiefel.

Der Hinweis zu den Socken ist praktisch: Wer ein Paar mit dicken Socken anprobiert, kauft eine Größe, die später nicht drückt.

Welche winterstiefel sind die wärmsten

Die wärmsten Winterstiefel sind die, bei denen Futter, Sohle und Schaft zusammen auf Kälte ausgelegt sind, nicht ein einzelnes Material. Eine genormte Wärmeskala für Alltagsstiefel nennt keine der geprüften Quellen. Belegt ist nur der CI-Test, der aus der Norm für Sicherheitsschuhe stammt: Die Einlegesohle darf bei −17 °C nach 30 Minuten höchstens 10 °C an Temperatur verlieren.[2] Das Prüflabor CTC misst dabei den Temperaturabfall an der Einlegesohle im Schuh bei −17 °C; geregelt ist der Test in EN ISO 20344 und EN ISO 20345.[3]

Ablauf der CI-Prüfung: Der Schuh steht 30 Minuten bei minus 17 Grad Celsius, die Temperatur an der Einlegesohle darf höchstens um 10 Grad Celsius fallen.
Die CI-Prüfung für Sicherheitsschuhe erlaubt nach 30 Minuten bei −17 °C höchstens 10 °C Temperaturabfall an der Einlegesohle.

Was das für die Kaufentscheidung heißt: Ein CI-Kennzeichen belegt die Kälteisolierung der Sohle nach dieser Prüfung, es sagt aber nichts über Futter oder Nässeschutz. Temperaturangaben von Herstellern ohne Prüfverweis sind daher Orientierung, kein Maß. Für die Kälte von unten zählt laut Bergzeit außerdem das Material der Sohle: Gummi oder Kautschuk leiten die Kälte nicht weiter.[1]

Welche winterstiefel sind die besten

Welche Winterstiefel die besten sind, hängt von Einsatz, Fuß und Budget ab, eine allgemeine Rangliste gibt es nicht. Adtouro hat Modelle dieses Marktes nicht selbst getestet und nennt deshalb keine Namen. Entscheiden können Sie anhand der Kriterien oben und diesen Fragen:

  1. Wofür brauchen Sie das Paar: Stadt, Spaziergang im Schnee oder lange Wege?
  2. Wie oft stehen Sie draußen still? Bergzeit sagt, bei Bewegung reichen im Winter oft schon normale Schuhe mit dicken Socken. Wer lange steht, sollte das nicht übertragen und eher mehr Isolierung wählen (eine Folgerung aus dieser Aussage).
  3. Wie viel Pflege wollen Sie leisten? Leder braucht anderes als Textil mit Membran.
  4. Sitzt der Stiefel mit der Socke, die Sie im Winter tragen?
  5. Hat die Sohle ein Profil, das auf Schnee und Eis greift?

Bei Leder lohnt sich ein Blick auf die Pflege. Laut ZDFheute sollte nass gewordenes Leder immer an der Luft trocknen, Heizungen und direkte Sonne sind tabu, weil sie das Material austrocknen und brüchig machen können.[4] Wildleder darf nicht mit Wasser gereinigt werden und sollte direkt nach dem Kauf imprägniert werden, regelmäßig wiederholt. Mehr dazu in unserer Rubrik Lederpflege.

Winterstiefel damen gefüttert

Gefütterte Damenstiefel sind sinnvoll, wenn Sie lange draußen stehen oder gehen. Bergzeit nennt Fleece oder Plüsch als wärmendes Futter.[1] Bei Winterwanderschuhen ist ein Futter laut Bergzeit allerdings keine Pflicht: Dickere Wollsocken können es in Bewegung ersetzen, wenn der Schuh dadurch nicht zu eng wird.

So prüfen Sie ein gefüttertes Paar:

  • Anprobe mit der Winterkleidung, die Sie tragen, also mit dicken Socken.
  • Das Futter nicht nur fühlen, sondern prüfen, ob es bis in die Zehenpartie reicht.
  • Auf Nähte, Schnürung und Schaftrand achten: Dort dringt Nässe häufig ein, wie unser Membran-Vergleich zeigt.
  • Nach nassen Tagen die Stiefel an der Luft trocknen lassen, nicht auf der Heizung.

Wer weiter vergleichen will, findet Beiträge in unserer Rubrik Stiefel. Wählen Sie Ihre Stiefel nach Einsatzzweck und den Kriterien oben, nicht nach der Bestenliste.

Häufig gestellte Fragen

Wie warm halten gefütterte Winterstiefel?

Das hängt vom Futter, der Sohle und der Passform ab. Ein Futter schließt Luft am Fuß ein, kann aber nur wirken, wenn die Weite stimmt.

Was bedeutet CI bei Schuhen?

CI steht für Kälteisolierung nach der Norm für Sicherheitsschuhe: Die Einlegesohle darf bei −17 °C nach 30 Minuten höchstens 10 °C an Temperatur verlieren.

Was hält die Füße im Winter am besten warm?

Eine isolierende Sohle aus Gummi oder Kautschuk, ein wärmendes Futter und im Zweifel dickere Wollsocken, sofern der Schuh dadurch nicht zu eng wird.

Quellen

  1. bergzeit.de
  2. vdp.com
  3. ctcgroupe.com
  4. zdfheute.de